B.A.R.F. - genauer betrachtet

 

Will man seinen Hund barfen, sollte man einige Grundsätze beachten. Was braucht mein Hund? Wieviel wovon? Worauf ist zu achten? Was darf mein Hund nicht fressen?

Hierzu gibt es einiges an empfehlenswerter Literatur, mal nur kurz und praktisch erklärt, mal etwas genauer - zB. die Bücher von Swanie Simon - "BARF" oder auch das Buch "Natural Dog Food" von Susanne Reinerth.

 

Nachfolgend möchten wir euch die Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung etwas näherbringen.

 

Als Erstes ermittelt man die Menge der Gesamtration. Als Gesamtration bezeichnet man die gesamte Futtermenge, die ein Hund pro Tag bekommen soll. Diese Menge liegt bei ungefähr 2-4% des Körpergewichts des Hundes - bei einem durchschnittlichen, erwachsenen, gesunden Hund.

Welpen, alte oder kranke Hunde haben einen anderen Nährstoff- und Energiebedarf, welcher beim Erstellen der Barfration beachtet werden muss.

 

Diese Gesamtration teilt man dann auf - in "tiersiche Erzeugnisse" (etwas 70-90% der Gesamtration) und "pflanzliche Erzeugnisse" (etwas 30-10% der Gesamtration).

 

Tierische Erzeugnisse (70-90% der Gesamtration)

Darunter versteht man - wie der Name schon sagt - alle tierischen Bestandteile. Also Muskelfleisch, Knochen, Innereien, Pansen, aber auch Fisch, Eier sowie Milch- und Milchprodukte.

Geeignete Fleischsorten:
                                               Rind
                                               Wild
                                               Geflügel (Huhn, Pute, Gans, Ente)
                                               Schaf / Lamm
                                               Ziege
                                               Pferd
                                               Kaninchen

 

Wichtig ist vielseitig zu füttern. Das heisst: auf Abwechslung achten! Man muss nicht jede existierende Fleischsorte füttern, aber zwischen 2-3 Sorten zu variieren sorgt für gesunde Abwechslung.

 

Der gesamte Anteil an tierischen Erzeugnissen wird aufgeteilt in Muskelfleisch (50%), Pansen (20%), fleischige Knochen (15%) und Innereien (15% - Herz/Leber/Niere/Milz)

 

Muskelfleisch: zB. Muskelfleisch, Kopffleisch, Maulfleisch, Stichfleisch, Kronfleisch, Zunge,..... Nicht nur mageres Fleisch füttern, sondern auch fettes.

 

Pansen: grüner (ungewaschener) Pansen, neben Pansen kann man auch Blättermagen füttern.

 

Innereien: Niere, Herz, Leber, Lunge, Milz(leider nicht am Bild)

 

Fleischige Knochen: zB. Hühnerhälse, Hühnerflügel, Hühnerrücken, Putenhälse, Kalbsbrustbein, Sandknochen, ......

 

 

Blut kann man zufüttern wenn man eine Bezugsquelle hat. Alternativ kann man auch mehrmals pro Woche eine Prise Salz (am besten Meersalz) geben.

 

Fisch

Hin und wieder kann man eine Fleischration durch Fisch ersetzen. Am besten füttert man den rohen Fisch am Stück. Hin und wieder kann man auch Thunfisch aus der Dose nehmen. Hier sollte darauf geachtet werden, diesen vorher gut abzuspülen (wegen dem zur Zubereitung verwendeten Öl und Salz).

 

 

Milch- und Milchprodukte

Auch Milch oder besser noch Milchprodukte erweitern den Speiseplan. Allerdings verträgt nicht jeder Hund Milch, da erwachsenen Tieren die Fähigkeit fehlt die Laktose zu verstoffwechseln - der Hund kann Durchfall bekommen.

Gut geeignet und im allgemeinen besser vertragen werden Milchprodukte wie Sauermilch, Buttermilch, Naturjoghurt oder auch Kefir. Auch Frischkäse und Topfen schmecken den meisten Hunden. Der Anteil sollte 5% der Gesamtration nicht überschreiten.

 

 

Eier

Eier liefern hochwertiges und leicht verdauliches Eiweiß. Füttert man das ganze Ei mit Schale, liefert es auch Kalzium. Alternativ kann Eierschalenpulver verwendet werden, um den Kalziumbedarf zu decken.

 

 

 

Pflanzliche Erzeugnisse (30-10% der Gesamtration)

Dazu zählen Gemüse, Obst sowie Getreide.

 

Gemüse/Obst

Auch Gemüse und Obst gehören zu einer Barfration. Da rohes Gemüse am Stück von den meisten Hunden verschmäht wird, kann dieses entweder püriert oder gedünstet gefüttert werden. Hier sollte ebenfalls auf Abwechslung geachtet werden und eher mehr Gemüse und weniger Obst verwendet werden. Grünes Blattgemüse wird hier zu den besten Nährstofflieferanten gezählt. Füttert man getreidefrei sollte die Ration aus 2/3 aus Gemüse und 1/3 aus Obst bestehen.

Es gibt allerdings auch einige Gemüse-/Obstsorten die nicht an Hunde verfüttert werden sollen. Dazu zählen u.a. Avocados, Melanzani, rohe Kartoffeln, rohe Bohnen, Zwiebeln, Rettich, Hülsenfrüchte und Quitten. Wir empfehlen beim erstellen des Speiseplanes mit dem Barf-Berater zu besprechen, welches Gemüse und Obst sich im speziellen Fall eignet.

 

 

Getreide

Getreide kann gefüttert werden, wenn der Hund es verträgt. Es ist allerdings kein Muss, auch macht Getreide dick und steht im Verdacht Allergien auszulösen. Besonders geeignet sind neben Reis und Kartoffeln vorallem glutenfreie Getreide wie Hirse, Buchweizen, Quinoa oder Amaranth.

 

 

 

Sonstiges

Dazu zählen neben Ölen/Fetten auch Kräuter und diverse Futterzusätze wie Bierhefe, Grünlippmuschel, Spirulina und einiges andere.

 

 

Öle/Fette

 

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren für den Hund.

Omega-6-Fettsäuren sind in Fleisch (vorallem fetterem Fleisch) ausreichend vorhanden, wodurch diese durch die Rohfütterung abgedeckt sind.

Omega-3-Fettsäuren sind nicht in ausreichendem Maße vorhanden -Ausnahmen sind hier Tiere aus Freilandhaltung, Wild und Fisch. Bezieht man sein Fleisch aus konventioneller Produktion, muss man diesen Mangel ausgleichen.

Hierfür eignen sich vor allem Leinöl, Fischöl und Hanföl, da diese Öle einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren haben.

 

 

Kräuter

 

Küchen- und Heilkräuter sind mit Bedacht zu verwenden. Sie können bei Krankheiten und Problemen (zB. Verdauungsbeschwerden) unterstützend verwendet werden, allerdings  grundsätzlich Kurweise - nicht als Dauergabe.
Für die richtige Kräuterauswahl und auch Dosierung sollte man sich an einen Fachmann wenden - hier steht unser Barf-Berater gerne helfend zur Seite.

 

Futterzusätze

 

Hierzu zählen zB. Bierhefe, Apfelessig, Propolis, Grünlippmuschel und noch einige andere. Auch diese Zusätze können zur Unterstützung bei Krankheiten kurweise zugefüttert werden.
Abklärung mit dem Fachmann ist hier ebenfalls angeraten.


 

 

Wichtiges zusammengefasst:

Nie gekochte Knochen füttern

Immer abwechslungsreich füttern

Auf einen ausreichenden Fettgehalt achten

Kein rohes Schweinefleisch füttern

Fleisch nicht unter Luftabschluss auftauen

Kein Schilddrüsengewebe füttern

Zusätze in Maßen füttern

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